
Ein Gartenhaus als Blockhaus selbst bauen:
Holzhäuser für den Garten gibt es in allen möglichen Variationen. Man kann sie beim Fachhändler oder im Baumarkt erwerben. Als Alternative kann man online auch einen Bausatz für ein Gartenhaus kaufen. Wir wollten unser Gartenhaus (Holzhaus aus Blockbohlen) lieber selber bauen. Ein Holzhaus, wie wir es uns vorgestellt haben, gab es nicht zu kaufen.
Auf mehreren Seiten wird hier beschrieben wie wir das Gartenhaus gebaut haben. Viele Arbeitsschritte sind auf den Aufbau fertiger Gartenhäuser übertragbar. Dies bezieht sich sowohl auf den Unterbau mit Streifenfundamenten als auch beispielsweise auf das Verlegen von Dachpappe und Schweißbahn.
Für uns ergab sich eher zufällig die Gelegenheit günstig an Lärchenholz zu kommen. Die Bäume mussten zwar zunächst selbst gefällt werden, aber der Preisvergleich mit fertigen Blockhausbohlen war überzeugend. Nach dem Fällen mussten die Stämme dann zunächst im Sägewerk zu Bohlen geschnitten und abgelagert werden. Nach der Trocknung (mindestens 12 Monate) wurden die Bohlen gehobelt und Nut und Feder wurden gefräst.
Hier eine Beschreibung wie wir unser Gartenhaus gebaut haben:
1. Schnurgerüst und Schlauchwaage. Egal ob man ein Gartenhaus selber baut, oder ein gekauftes Gartenhaus aufstellen möchte. Der Untergrund muss eben sein. Man kann für den Unterbau Pflastersteine verlegen oder Funadamente anlegen. Zum Nivelieren der Waagerechten hilft ein Schnurgerüst.
2. Streifenfundamente herstellen. Wir haben uns für Streifenfundamente entschieden, da so das Holz nicht "im Nassen" steht und ständig von Luft umspühlt wird. Davon erhoffen wir uns konstruktiven Holzschutz und eine längere Lebensdauer des Gartenhauses. Ein Untergrundaufbau mit Waschbeton oder Pflaster und Teerpappe, auf der die Lagehölzer liegen, geht wohl auch, hält aber sicher nicht so lange.
3. Unterkonstruktion. Auf die Streifenfundamente wurde Teerpappe gelegt. Auf dieser Konstruktion wurde die Unterkonstruktion für den Fußbodenaufbau für das Gartenhaus gebaut. Hier waren Kanthölzer auszuklinken und zu behandeln. Die Unterkonstruktion war so auf den Streifenfundamenten zu platzieren, dass kein Wasser zwischen Holz und Teerpappe kommt.
4. Blockbohlen bearbeiten . Bei einem gekauften Gartenhaus sind die Blockbohlen vorbereitet und man muss diese nur nach der Anleitung sortieren und aufbauen. Da unsere Blockbohlen alle eine Länge von 5 Metern hatten, mussten sie zunächst auf die passenden Längen geschnitten werden. Anschließend mussten die Ausklinkungen für die Eckverbindungen hergestellt werden.
5. Wände aufstellen. Nachdem ein Teil der Blockbohlen, der Aufbauplanung entsprechend, vorbereitet ware, konnten wir damit beginnen die Wände aufzustellen. Wir haben die Bohlen nach und nach bearbeitet um Fehler frühzeitig zu erkennen. Dann wachsen die Wände - Blockbohle für Blockbohle - langsam nach oben. Beim Aufbau war darauf zu achten Nut und Feder nicht zu beschädigen.
6. Sparren bearbeiten. Das Dach für das Gartenhaus ist natürlich nich waagerecht. Das Regenwasser soll gut zur Traufe hin ablaufen. Dafür mussten die Sparren an den passenden Stellen ausgeklinkt werden. Da die Ausklinkung in einem, der Dachneigung entsprechenden, Winkel geschehen muss, ist die Schmiege ein gutes Hilfsmittel.
7. Anschluss Wand zur Decke. Nachdem die Sparren montiert waren musste die obere Reihe der Blockbohlen noch angepasst werden. Die Blockbohlen sollten vollflächig mit dem Dach abschließen. Wie bei den Ausklinkungen der Sparren mussen die Blockbohlen mit dem entsprechenden Winkel geschnitten werden. Für den schrägen Längsschnitt wurde der Winkel mit der Schiege auf die Tischkeissäge übertragen.
8. Schalung auf dem Dach.. Das Dach für das Gartenhaus sollte mit Dachpapppe abgedichtet werden. Ein Gründach ist zwar schöner, die Last einer solchen Konstruktion hätte unser Blockhaus aber überfordert. Wir haben einseitig gehobelte Rauhspundbretter mit Nut und Feder genommen. Die waren so zu verlegen, dass Nut und Feder auch nach vollständiger Trocknung noch ineinander greifen.
9. Dachpappe anbringen. Nachdem die Seiten des Daches ausgebildet waren, konnte damit begonnen werden die zwei Lagen Dachpappe auzfzubringen. Die erste Lage bildete eine R333 besandete Dachpappe. Die wurde mit Dachpappestiften befestigt und anschließend die Schweißbahn aufgebracht. Hier benötigt man spezielles Werkzeug und eine gewisse Übung im Umgang mit der Schweißbahn schadet sicher nicht.
10. Fenster einbauen. Der Einbau von Fenstern in ein Gartenhaus aus Holz ist eine besondere Herausforderung. Normalerweise findet in der Wandkonstruktion, in die eine Fenster eingebaut wird, keine Bewegung statt. Bei Blockbohlenwänden kann das aber ganz anders aussehen. Sind die Blockbohlen beim Bau nicht absolut trocken, verringert sich die Höhe jeder einzelnen Bohle beim Trocknen. Bei einer Wandhöhe von ca. 220 cm hat das in unserem Fall eine Reduzierung von 5 cm! ausgemacht. Bei gekauften Gartenhäusern ist dieses Maß sicher geringer. Bewegung gibt es in Blockbohlenwänden aber immer. Und da ein Fenster solche Bewegungen nicht mitmachen kann, sollte hier eine besondere Konstruktion gewählt werden.
11.Fußbodenaufbau. Zunächst haben wir zwischen den Lagerhölzern einen Unterbau aus Gutexplatten gemacht. In dem Hohlraum wurden die Elektroleitungen verlegt. Den Fußboden haben wir mit geschliffenen OSB-Platten gebaut. Der Fußboden aus OSB Platten wurde mit der Unterkonstruktion verschraubt und die Oberfläche wurde noch behandelt.














